Suomi-Saksa Yhdistysten Liitto

Auf den Spuren Engels

Machen Sie eine Zeitreise und erleben Sie Helsinki um 1800, so wie Carl Ludvig Engel es kannte!

Wussten Sie, dass das Rathaus ursprünglich das Vergnügungszentrum Helsinkis war? Und können Sie sich den Senatsplatz ohne die Stufen zur Kirche vorstellen?

Das Infopaket Auf den Spuren Engels verrät überraschende Anekdoten, die sich hinter den bekannten Landschaften und Fassaden Helsinkis verstecken. Drucken Sie die Informationen am Ende dieser Seite aus und entdecken Sie mit uns eine neue Perspektive!

Helsinki wird Hauptstadt – Engel sein Architekt

1809 kam Finnland, das bisher zu Schweden gehört hatte, unter die Herrschaft Russlands. Dem Zaren gefiel nicht, dass die Hauptstadt Turku so weit im Westen lag und so enge Verbindungen nach Schweden hatte. So beschloss Alexander I. im Jahr 1812, dass die finnische Hauptstadt von nun an das kleine Helsinki sein sollte, damals vor allem bekannt für seinen Militärstützpunkt auf der Festungsinsel Suomenlinna.

Die aus Holzhäusern bestehende Innenstadt Helsinkis war bei einem Brand im Jahre 1808 bis auf einige Steinhäuser komplett abgebrannt, daher musste die ganze Stadt von Grund auf neu errichtet werden.

Es wurde beschlossen, die Hauptstadt ganz im Stil der damaligen Zeit, dem Klassizismus, zu gestalten.  Die stolzen Kanonen von Suomenlinna würden die Hauptstadt und ihre neuen steinernen Gebäude schützen. Der 1778 in Berlin geborene Carl Ludvig Engel erhielt 1815 den Auftrag, die öffentlichen Gebäude der neuen Hauptstadt zu planen.

Die meisten der von Engel entworfenen Gebäude fanden ihren Platz entlang der Unioninkatu-Straße, die ihren Namen zu Ehren der Vereinigung Finnlands mit Russland erhielt. Der Senatsplatz wurde ein schöner, gleichmäßiger Platz, eingesäumt vom Hauptgebäude der Universität, der Nikolaikirche, dem Senatshaus und den Residenzen der Beamten.

Die Häuser entstanden in schnellem Takt in den 1820er und 1830er Jahren, aber das Wahrzeichen Helsinkis, die Nikolaikirche, heute Tuomiokirkko (Dom) wurde 1852 fertiggestellt.

Helsinki ist das Lebenswerk Engels, aber auch andere finnische Städte tragen seine Handschrift. Nach Deutschland kehrte Engel nie mehr zurück. In seinem Geburtsland ist er unbekannt geblieben. Er starb 1840 in Finnland und liegt mit seiner Familie auf dem Friedhof von Hietaniemi begraben.

Vom Platz zum Senatsplatz

Ausblick auf den Senatsplatz vor Engels Bauten: rechts das Rathaus, links die Hauptwache und hinten der Turm der Ulrika-Eleonora -Kirche.

Nikolaikirche, Universitätsbibliothek  und Universitäts Hauptgebäude auf dem Senatsplatz. Heute befinden sich vor der Kirche die eindrucksvollen Stufen, doch auch sie gehörten nicht zu Engels ursprünglichem Entwurf, sondern sind das Ergebnis einer eigenwilligen Planung. Engel selbst hat die Fertigstellung nicht erlebt. Die Kirche wurde 1852 eingeweiht, zwölf Jahre nach seinem Tod.

Engel-Spatziergang

  • Route (Unioninkatu – Senaatintori – Kauppatori – Eteläranta – Tähtitorninmäki – Kasarmintori – Esplanadi – Vanha kirkkopuisto)
  • Plan

Quellen

  • Finnland-Institut in Deutschland (1999): Carl Ludwig Engel und das klassizistische Helsinki – Pläne und Zeichnungen
  • Internet: www-Seiten der Stadtmuseum Helsinki, des Zentralamtes für Museumswesen und der Nationalarchiv, www.hs.fi, Wikipedia