Suomi-Saksa Yhdistysten Liitto

Karsten Troyke Trio: Klezmerkonzert Helsinki und Tampere 19.-20.9.2019

TAMPERE

Filmaufführung „Shalom neues Deutschland  -  Juden in der DDR, Mi 18.9.2019, 18 Uhr

Universität Tampere, Raum Pinni B 1096

”Klezmerkonzert Karsten Troyke Trio, Do 19.9.2019, 19 Uhr

Tampereen Ylioppilasteatteri, Itsenäisyydenkatu 12-14, Tampere

Eintritt frei – herzlich willkommen!

HELSINKI

Filmaufführung und Klezmerkonzert Karsten Troyke Trio, Freitag 20.9.2019, 18 Uhr           

Deutsche Kirche, Gemeindesaal, Bernhardinkatu 4, Helsinki

Der Verband der Finnisch-Deutschen Vereine e.V. und die Deutsche Evangelisch-Lutherische Gemeinde Finnland laden herzlich ein zur Filmaufführung „Shalom neues Deutschland  -  Juden in der DDR” und zum anschließenden Konzert mit Karsten Troyke Trio.

Eintritt frei – herzlich willkommen!

Die Veranstaltung wir in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturzentrum Tampere und der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Gemeinde in Finnland mit freundlicher Unterstützung der Aue-Stiftung organisiert.

Film

Shalom neues Deutschland  -  Juden in der DDR

Deutschland 2018, Tom Franke, Mark Chaet, Lutz Rentner, 45 Min

Das ambivalente Verhältnis zwischen den ostdeutschen Juden und dem Staat DDR will die Dokumentation durch die persönlichen Erfahrungen jüdischer DDR-Bürger aufzeigen.

Antisemitismus galt in der DDR als “mit Stumpf und Stiel” ausgerottet. “Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg” hieß es, Antifaschismus war in der DDR Staatsdoktrin. Dennoch lebten in der Gesellschaft antisemitische Denkmuster fort und auch das Verhältnis der Staatsführung zu den Juden im Land schwankte zwischen repressivem Vorgehen gegen “zionistische Strömungen” und Ignoranz.

Nach 1945 waren es zumeist vom Kommunismus überzeugte Juden, die in die DDR zurückkehrten. Bei der individuellen Entscheidung für eine Rückkehr in dieses neue Deutschland spielte die kommunistische Weltanschauung gegenüber der jüdischen Herkunft zumeist eine übergeordnete Rolle. Nach einer 1946 durchgeführten Volkszählung waren in Ostdeutschland 4.500 Mitglieder der jüdischen Gemeinden registriert. Die Zahl sank bis 1989 auf ca. 400. Die acht jüdischen Gemeinden wurden einerseits vom Staat unterstützt, andererseits von den Sicherheitsorganen observiert.

Eine ständige Herausforderung für die ostdeutschen Juden ist der Umgang ihres Staates mit Israel. Zunächst waren die Sowjetunion und ihre Verbündeten Befürworter des jungen jüdischen Staates. Nach dessen Bekenntnis zum Bündnis mit den USA propagierte die Staatsführung jedoch immer deutlicher einen aggressiven Antizionismus, der die jüdischen Gemeinden in der DDR unter Druck setzte. Es entwickelten sich massive antijüdische Tendenzen im Ostblock.

Das Verhältnis der jüdischen Gemeinden zum Staat DDR blieb über die Jahre zwiespältig. Inwieweit wurde in dem antifaschistischen Staat konsequent gesellschaftlicher Antisemitismus bekämpft? Als in den 1980er Jahren junge Neonazis in der DDR unverhohlen auftraten und Hakenkreuze auf Grabsteine schmierten, war der Staat im Zugzwang.

Salomea Genin, die als junge Kommunistin mit vielen Illusionen in die DDR kam, hoffte auch durch die Arbeit in der jüdischen Gemeinde etwas ändern zu können.

Auch für den Schriftsteller und Journalisten Walter Kaufmann war die DDR Wahlheimat. Er findet erst spät zu seinen jüdischen Wurzeln zurück. Werner Lappe aus Dresden kommt mit seinen Eltern aus dem englischen Exil in die DDR. Er fühlt sich als sogenannter „Drei-Tages-Jude“, der nur zu den großen jüdischen Feiertagen in die Synagoge geht.

Der Rocksänger Andre Herzberg spürte die Zerrissenheit der Mutter, wenn sie sich zwischen der kommunistischen Überzeugung und der jüdischen Religion entscheiden sollte. Für ihn wurde die jüdische Identität nach der friedlichen Revolution 1989 ein neuer Anker. „Schalom neues Deutschland – Juden in der DDR“ stellt die Biografien und die emotionalen Schilderungen der Protagonisten in den Vordergrund und zeigt, wie Juden in der DDR gelebt und gefühlt haben.

Der Film ist eine Produktion von armadafilm, gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, im Auftrag des Rundfunk Berlin-Brandenburg.

Karsten Troyke Trio

Karsten Troyke (*14. August 1960 in Berlin) ist Chansonsänger, Schauspieler und Sprecher, der sich vor allem mit jiddischen Liedern einen internationalen Namen machte. Er gilt als einer der bedeutendsten Interpreten dieses Genres in Europa.
Seit 1982 auf der Bühne, hatte er jedoch zunächst Gärtner gelernt und später mit geistig-behinderten Kindern gearbeitet. Nebenher nahm er Gesangsunterricht (bei Leonore Gendries) sowie Schauspiel und Sprecherziehung. 1990 gab er die soziale Arbeit auf und widmete sich ganz den Liederprogrammen sowie dem Theater (u.a. Vagantenbühne Berlin, Hackesches Hoftheater, Teatr Kreatur).

Er wirkte in Hörspielen mit, arbeitete als Synchronsprecher und war in sehr unterschiedlichen Bühnenstücken zu sehen. Als ein Botschafter des Jiddischen Liedes bereiste er seit 1989 eine Reihe von Ländern, u.a. Polen, Frankreich, Belgien, Norwegen, Dänemark, Australien, Israel, USA, Kroatien, Schweden.

Sein Album „Yiddish Anders“(1992) erhielt den Preis der deutschen Schallplattenkritik. Seine CD „Vergessene Lieder“(1997) enthält zuvor unveröffentlichte Lieder aus dem Gedächtnis von Sara Bialas-Tenenberg, die auch seine Mentorin für die jiddische Sprache wurde.

In seinen Chansonprogrammen arbeitet Troyke mit Suzanna und dem Trio Scho, und bis 2008 vor allem mit Bettina Wegner. Seine Interpretationen der Lieder von Georg Kreisler fanden Erwähnung in dessen 2005 veröffentlichen ersten Biographie.

Troyke wird vor allem nachgesagt, daß er mit den schwierigsten Texten und ambivalenten Gefühlslagen spielen kann als Entertainer, sehr differenzierte Ausdrucksformen nutzt und man nie genau weiß, wie ernst oder ironisch er einen Text nimmt. Beklemmendes kann er mit Leichtigkeit bringen und Humor kann zu Tränen rühren.