{"id":1284,"date":"2012-06-07T11:13:02","date_gmt":"2012-06-07T08:13:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ssyl.fi\/?p=1284"},"modified":"2019-09-27T11:42:49","modified_gmt":"2019-09-27T08:42:49","slug":"olut-kielella","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ssyl.fi\/de\/aktuelles\/olut-kielella\/","title":{"rendered":"Das Bier in aller Munde"},"content":{"rendered":"<p><!--:fi-->Saksan perinteiset olutpuutarhat, Biergartenit, viett\u00e4v\u00e4t t\u00e4n\u00e4 vuonna 200-vuotisjuhliaan. Oluen keskeisest\u00e4 roolista saksalaisessa kulttuurissa kertovat my\u00f6s lukuisat saksan kielen olueen viittaavat sanonnat.<\/p>\n<h2>Valmistettiin talvella \u2013 juotiin kes\u00e4ll\u00e4<\/h2>\n<p>Biergartenin juuret juontuvat Baijeriin 200 vuoden taakse. Oluen valmistus oli tuolloin paloturvallisuussyist\u00e4 sallittu ainoastaan talviaikaan. Olut varastoitiin kellareihin kes\u00e4\u00e4 odottamaan.<\/p>\n<p>Koska kellarit oli pidett\u00e4v\u00e4 viilein\u00e4, levitettiin niiden p\u00e4\u00e4lle soraa ja maahan istutettiin kastanjapuita. N\u00e4in syntyi puutarhoja, joissa kes\u00e4aikaan olutta kotiin ostamaan tullut v\u00e4ki viihtyi.<\/p>\n<p>Oluenpanijat hoksasivat kysynn\u00e4n ja alkoivat myyd\u00e4 oluttuopposia ja pient\u00e4 suolaista viihtyisiss\u00e4 puutarhoissaan, mik\u00e4 suututti majatalojen ja ravintoloiden is\u00e4nn\u00e4t.<\/p>\n<p>Ratkaisuna kiistaan laadittiin vuonna 1812 niin kutsuttu Biergarten-asetus, joka salli oluen myynnin puutarhoissa, mutta kielsi panimoilta ruuanmyynnin. Niinp\u00e4 jokaisen, joka halusi oluttuoppinsa ohella nauttia pient\u00e4 purtavaa, oli tuotava omat ev\u00e4\u00e4t mukanaan.<\/p>\n<p>N\u00e4in sai alkunsa Biergarten-perinne, joka on edelleen olennainen osa saksalaista kulttuuria. My\u00f6s lukuisat olueen viittaavat sanank\u00e4\u00e4nteet, kertovat juoman keskeisest\u00e4 asemasta Saksassa. Oheinen artikkeli on julkaistu j\u00e4senlehtemme numerossa 78 joulukuussa 2011.<\/p>\n<h2>Das Bier in aller Munde <strong><br \/>\n<\/strong><\/h2>\n<p><em><strong>von Dr. Doris Wagner<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Deutschland ist ein Bierland. Bier ist so untrennbar mit der deutschen Kultur verbunden, dass es geradezu ein St\u00fcck der deutschen Kultur ist. Welch gro\u00dfe Rolle Bier im t\u00e4glichen Leben der Deutschen spielte und immer noch spielt, davon zeugen zahlreiche sprichw\u00f6rtliche Redensarten und Begriffe, die das Bier zum Thema haben. Eine kleine Auswahl m\u00f6chte ich hier vorstellen.<\/p>\n<h3>Das Feiern<\/h3>\n<p>Zum ausgelassenen Feiern geh\u00f6rt in Deutschland immer Bier. Es wird entweder in Bierkneipen (manchmal auch Biertankstellen genannt), Bierhallen, Bierwirtschaften, Bierg\u00e4rten oder bei Festen in eigens daf\u00fcr aufgeschlagenen Bierzelten serviert. Riecht man den \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Biergenuss im Atem, dann hat der bierselige (betrunkene) Biertrinker eine Bierfahne. Trink- und Stimmungslieder, wie\u00a0<em> Es gibt kein Bier auf Hawaii <\/em>und <em>In M\u00fcnchen steht ein Hofbr\u00e4uhaus<\/em> geh\u00f6ren zu gr\u00f6\u00dferen Feiern wie dem Oktoberfest oder dem Karneval.<\/p>\n<p>Biertrinken war und ist in der Hauptsache M\u00e4nnersache und die m\u00e4nnliche \u201eProblemzone\u201c des regelm\u00e4\u00dfigen Biergenusses ist der Bauch, der neben Bierbauch auch Bierwanst, -wampe, -geschw\u00fcr, -plauze oder \u2013 bei der j\u00fcngeren Generation \u2013 Bierspoiler hei\u00dft.<\/p>\n<h3>Studentenleben<\/h3>\n<p>Dass Studenten schon immer gerne Bier tranken, belegen Zusammensetzungen wie <em>Bierleiche<\/em> (sinnlos Betrunkener), <em>Bierruhe<\/em> (gro\u00dfe Unersch\u00fctterlichkeit), <em>Bierknoten<\/em> (Adamsapfel), <em>Biereifer<\/em> (sehr gro\u00dfer Eifer, v.a. beim Biertrinken) und <em>die Bierologie<\/em> (Bier trinken, meist in vielen Wirtsh\u00e4usern).<\/p>\n<h3>Sprichw\u00f6rtliche Redensarten<\/h3>\n<p>Wer etwas ausbietet\/ausschreit wie sauer\/saures Bier, versucht eine Sache ohne Wert mit vielen Worten und zu niedrigem Preis, aber vergeblich anzubieten. In der Redensart Das ist nicht mein Bier steht Bier f\u00fcr \u201aSache\u2018 oder \u201aAngelegenheit\u2018. Wer eine verdrie\u00dfliche Miene aufsetzt macht ein Gesicht wie saures Bier\/Sauerbier.<\/p>\n<p>Das Bier trocken \u2018runterw\u00fcrgen m\u00fcssen bedeutet, das Bier ohne Schnaps trinken zu m\u00fcssen. Denn vielerorts ist es \u00fcblich, Bier und Schnaps zusammen zu trinken.<\/p>\n<p>Zur Beschreibung einer blassen, kr\u00e4nklichen Gesichtsfarbe dient die Redensart jemand sieht aus wie Wei\u00dfbier, oder \u2013 noch drastischer \u2013 wie Braunbier mit Spucke, und wer sich nicht ins Bier spucken l\u00e4sst, der nimmt eine Kr\u00e4nkung nicht widerspruchslos hin.<\/p>\n<h3>Familiennamen<\/h3>\n<p>Die tiefe Verwurzelung der Bierkultur in der deutschen Kultur zeigt sich auch in Familiennamen, die den Bestandteil Bier enthalten: Bier, Bier\u00e4ugel, Biereiche, Biermann, Schluckebier, Bierei sind solche Zusammensetzungen.<\/p>\n<p>Manche Familiennamen zielen auf die Sorte oder Qualit\u00e4t des Bieres \u2013 S\u00fc\u00dfbier, Bitterbier, Sauerbier, D\u00fcnnbier, Vollbier \u2013, andere wiederum auf den Beruf wie die Familiennamen (Bier-)brauer und Bierwirth. Auch der Biertrinker findet sich in deutschen Familiennamen wieder, etwa als Bierfreund oder Bierd\u00fcmpfel (-d\u00e4mpfel, -dimpfel).<\/p>\n<h3>K\u00fcche und Gesundheit<\/h3>\n<p>Bier war vor allem in S\u00fcddeutschland schon immer Bestandteil der Esskultur, was traditionelle K\u00fcchenrezepte wie Bierbraten, Bierbrot und Biersuppe belegen. Da Bier und Brot aus den gleichen Zutaten bestehen, wird Bier auch gerne als \u201afl\u00fcssiges Brot\u2018 bezeichnet. Die Bezeichnungen Gerstensaft und Hopfenbl\u00fctentee werden h\u00e4ufig scherzhaft f\u00fcr Bier verwendet, weisen aber auf dessen gesundheitsf\u00f6rdernde Wirkung (entz\u00fcndungshemmend, schlaff\u00f6rdernd) hin: Saft und Tee werden gew\u00f6hnlich mit gesunder Lebensweise assoziiert.<\/p>\n<p>Aufgrund der K\u00fcrze dieses Artikels konnten die vielen Bierzeitungen, die es in Deutschland gibt, gar nicht angesprochen werden. Auch die Ortsnamen mit dem Bestandteil Bier, die speziell ausgezeichneten Bierstra\u00dfen, die durch Gegenden mit vielen Brauereien f\u00fchren und die gro\u00dfen deutschen Dichter und Denker mit ihren lobenden \u00c4u\u00dferungen zum Bier mussten ungenannt bleiben. Doch der kleine Einblick zeigt schon, dass das Bier seinen festen Platz in der deutschen Kultur und in der deutschen Sprache hat und damit das noch lange so bleibt, schlie\u00dfe ich mit dem bekannten Wunsch der Bierbrauer: Hopfen und Malz, Gott erhalt\u2019s!<\/p>\n<p><em>Dr. Doris Wagner ist Lektorin der Deutschen Philologie an der Universit\u00e4t Turku. Ihre Doktorarbeit \u00a0trug den Titel \u201cDas t\u00e4gliche Brot&#8230; Deutsche Sprache und Kultur in der Bierplakatwerbung\u201d.<\/em><\/p>\n<p>Biergarteneita k\u00e4sitelleen osuuden l\u00e4hde: Saksan Matkailukeskus<!--:--><!--:de-->Die deutsche Biergartentradition gibt es seit 200 Jahren. Welch gro\u00dfe Rolle Bier im t\u00e4glichen Leben der Deutschen spielte und immer noch spielt, davon zeugen auch zahlreiche sprichw\u00f6rtliche Redensarten und Begriffe, die das Bier zum Thema haben.<\/p>\n<p>Der Artikel ist in unserer Mitgliedszeitscrift Silta-Br\u00fccke 79 im Dezember 2011 erschienen.<\/p>\n<h2>Das Bier in aller Munde<\/h2>\n<p><em><strong>von Dr. Doris Wagner<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Deutschland ist ein Bierland. Bier ist so untrennbar mit der deutschen Kultur verbunden, dass es geradezu ein St\u00fcck der deutschen Kultur ist. Welch gro\u00dfe Rolle Bier im t\u00e4glichen Leben der Deutschen spielte und immer noch spielt, davon zeugen zahlreiche sprichw\u00f6rtliche Redensarten und Begriffe, die das Bier zum Thema haben. Eine kleine Auswahl m\u00f6chte ich hier vorstellen.<\/p>\n<h3>Das Feiern<\/h3>\n<p>Zum ausgelassenen Feiern geh\u00f6rt in Deutschland immer Bier. Es wird entweder in Bierkneipen (manchmal auch Biertankstellen genannt), Bierhallen, Bierwirtschaften, Bierg\u00e4rten oder bei Festen in eigens daf\u00fcr aufgeschlagenen Bierzelten serviert. Riecht man den \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Biergenuss im Atem, dann hat der bierselige (betrunkene) Biertrinker eine Bierfahne. Trink- und Stimmungslieder, wie\u00a0<em> Es gibt kein Bier auf Hawaii <\/em>und <em>In M\u00fcnchen steht ein Hofbr\u00e4uhaus<\/em> geh\u00f6ren zu gr\u00f6\u00dferen Feiern wie dem Oktoberfest oder dem Karneval.<\/p>\n<p>Biertrinken war und ist in der Hauptsache M\u00e4nnersache und die m\u00e4nnliche \u201eProblemzone\u201c des regelm\u00e4\u00dfigen Biergenusses ist der Bauch, der neben Bierbauch auch Bierwanst, -wampe, -geschw\u00fcr, -plauze oder \u2013 bei der j\u00fcngeren Generation \u2013 Bierspoiler hei\u00dft.<\/p>\n<h3>Studentenleben<\/h3>\n<p>Dass Studenten schon immer gerne Bier tranken, belegen Zusammensetzungen wie <em>Bierleiche<\/em> (sinnlos Betrunkener), <em>Bierruhe<\/em> (gro\u00dfe Unersch\u00fctterlichkeit), <em>Bierknoten<\/em> (Adamsapfel), <em>Biereifer<\/em> (sehr gro\u00dfer Eifer, v.a. beim Biertrinken) und <em>die Bierologie<\/em> (Bier trinken, meist in vielen Wirtsh\u00e4usern).<\/p>\n<h3>Sprichw\u00f6rtliche Redensarten<\/h3>\n<p>Wer etwas ausbietet\/ausschreit wie sauer\/saures Bier, versucht eine Sache ohne Wert mit vielen Worten und zu niedrigem Preis, aber vergeblich anzubieten. In der Redensart Das ist nicht mein Bier steht Bier f\u00fcr \u201aSache\u2018 oder \u201aAngelegenheit\u2018. Wer eine verdrie\u00dfliche Miene aufsetzt macht ein Gesicht wie saures Bier\/Sauerbier.<\/p>\n<p>Das Bier trocken \u2018runterw\u00fcrgen m\u00fcssen bedeutet, das Bier ohne Schnaps trinken zu m\u00fcssen. Denn vielerorts ist es \u00fcblich, Bier und Schnaps zusammen zu trinken.<\/p>\n<p>Zur Beschreibung einer blassen, kr\u00e4nklichen Gesichtsfarbe dient die Redensart jemand sieht aus wie Wei\u00dfbier, oder \u2013 noch drastischer \u2013 wie Braunbier mit Spucke, und wer sich nicht ins Bier spucken l\u00e4sst, der nimmt eine Kr\u00e4nkung nicht widerspruchslos hin.<\/p>\n<h3>Familiennamen<\/h3>\n<p>Die tiefe Verwurzelung der Bierkultur in der deutschen Kultur zeigt sich auch in Familiennamen, die den Bestandteil Bier enthalten: Bier, Bier\u00e4ugel, Biereiche, Biermann, Schluckebier, Bierei sind solche Zusammensetzungen.<\/p>\n<p>Manche Familiennamen zielen auf die Sorte oder Qualit\u00e4t des Bieres \u2013 S\u00fc\u00dfbier, Bitterbier, Sauerbier, D\u00fcnnbier, Vollbier \u2013, andere wiederum auf den Beruf wie die Familiennamen (Bier-)brauer und Bierwirth. Auch der Biertrinker findet sich in deutschen Familiennamen wieder, etwa als Bierfreund oder Bierd\u00fcmpfel (-d\u00e4mpfel, -dimpfel).<\/p>\n<h3>K\u00fcche und Gesundheit<\/h3>\n<p>Bier war vor allem in S\u00fcddeutschland schon immer Bestandteil der Esskultur, was traditionelle K\u00fcchenrezepte wie Bierbraten, Bierbrot und Biersuppe belegen. Da Bier und Brot aus den gleichen Zutaten bestehen, wird Bier auch gerne als \u201afl\u00fcssiges Brot\u2018 bezeichnet. Die Bezeichnungen Gerstensaft und Hopfenbl\u00fctentee werden h\u00e4ufig scherzhaft f\u00fcr Bier verwendet, weisen aber auf dessen gesundheitsf\u00f6rdernde Wirkung (entz\u00fcndungshemmend, schlaff\u00f6rdernd) hin: Saft und Tee werden gew\u00f6hnlich mit gesunder Lebensweise assoziiert.<\/p>\n<p>Aufgrund der K\u00fcrze dieses Artikels konnten die vielen Bierzeitungen, die es in Deutschland gibt, gar nicht angesprochen werden. Auch die Ortsnamen mit dem Bestandteil Bier, die speziell ausgezeichneten Bierstra\u00dfen, die durch Gegenden mit vielen Brauereien f\u00fchren und die gro\u00dfen deutschen Dichter und Denker mit ihren lobenden \u00c4u\u00dferungen zum Bier mussten ungenannt bleiben. Doch der kleine Einblick zeigt schon, dass das Bier seinen festen Platz in der deutschen Kultur und in der deutschen Sprache hat und damit das noch lange so bleibt, schlie\u00dfe ich mit dem bekannten Wunsch der Bierbrauer: Hopfen und Malz, Gott erhalt\u2019s!<\/p>\n<p><em>Dr. Doris Wagner ist Lektorin der Deutschen Philologie an der Universit\u00e4t Turku. Ihre Doktorarbeit \u00a0trug den Titel \u201cDas t\u00e4gliche Brot&#8230; Deutsche Sprache und Kultur in der Bierplakatwerbung\u201d.<\/em><!--:--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Saksan perinteiset olutpuutarhat, Biergartenit, viett\u00e4v\u00e4t t\u00e4n\u00e4 vuonna 200-vuotisjuhliaan. 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