Vortrag zum 250. Geburtstag von E. T. A. Hoffmann auf Zoom
Herzlich willkommen zum Vortrag von Dr. phil. Christian Rink, Universitätslektor der Universität Helsinki!
Was hat künstliche Intelligenz mit der Schwarzen Romantik zu tun?
Hoffmann war ein Extremfall. Tagsüber hochfunktionaler preußischer Beamter, nachts Schriftsteller, Komponist und Zeichner. In seinen Texten, die oft unter Einsatz von Alkohol und in exzessiven Schreibepisoden entstanden, erforschte er Abgründe der menschlichen Psyche, lange bevor es Psychologie oder KI-Debatten gab.
Berühmt ist Hoffmann nicht zuletzt für seine künstlichen Wesen, allen voran die Automatenfigur Olimpia aus Der Sandmann: Ist sie Maschine oder Mensch, oder nur eine Projektionsfläche unserer Wünsche? Genau hier beginnt das „Unheimliche“, das später Sigmund Freud berühmt analysierte. Und beispielsweise Alex Garland im Film Ex Machina aus dem Jahr 2014 fortschreibt und auf KI anwendet.
Der Vortrag zeigt, warum Hoffmann als früher Vordenker moderner Fragen gilt: Was ist Bewusstsein? Was macht den Menschen aus? Und warum verlieben wir uns in etwas, das uns nur simuliert?
Ein populärwissenschaftlicher Streifzug von der Schwarzen Romantik über Psychoanalyse bis zu heutigen KI-Fantasien. Denn Hoffmann beeinflusste nicht nur Charles Baudelaire, Victor Hugo, Nikolai Gogol oder Edgar Allen Poe, um nur die berühmtesten Namen zu nennen. Er ist auch ein Beweis dafür, wie aktuell ein Klassiker der deutschsprachigen Literaturgeschichte sein kann.

Dr. phil. Christian Rink, Universitätslektor an der Universität Helsinki



