Das Bier in aller Munde

Das Bier in aller Munde

Saksan perinteiset olutpuutarhat, Biergartenit, viettävät tänä vuonna 200-vuotisjuhliaan. Oluen keskeisestä roolista saksalaisessa kulttuurissa kertovat myös lukuisat saksan kielen olueen viittaavat sanonnat.

Valmistettiin talvella – juotiin kesällä

Biergartenin juuret juontuvat Baijeriin 200 vuoden taakse. Oluen valmistus oli tuolloin paloturvallisuussyistä sallittu ainoastaan talviaikaan. Olut varastoitiin kellareihin kesää odottamaan.

Koska kellarit oli pidettävä viileinä, levitettiin niiden päälle soraa ja maahan istutettiin kastanjapuita. Näin syntyi puutarhoja, joissa kesäaikaan olutta kotiin ostamaan tullut väki viihtyi.

Oluenpanijat hoksasivat kysynnän ja alkoivat myydä oluttuopposia ja pientä suolaista viihtyisissä puutarhoissaan, mikä suututti majatalojen ja ravintoloiden isännät.

Ratkaisuna kiistaan laadittiin vuonna 1812 niin kutsuttu Biergarten-asetus, joka salli oluen myynnin puutarhoissa, mutta kielsi panimoilta ruuanmyynnin. Niinpä jokaisen, joka halusi oluttuoppinsa ohella nauttia pientä purtavaa, oli tuotava omat eväät mukanaan.

Näin sai alkunsa Biergarten-perinne, joka on edelleen olennainen osa saksalaista kulttuuria. Myös lukuisat olueen viittaavat sanankäänteet, kertovat juoman keskeisestä asemasta Saksassa. Oheinen artikkeli on julkaistu jäsenlehtemme numerossa 78 joulukuussa 2011.

Das Bier in aller Munde

von Dr. Doris Wagner

Deutschland ist ein Bierland. Bier ist so untrennbar mit der deutschen Kultur verbunden, dass es geradezu ein Stück der deutschen Kultur ist. Welch große Rolle Bier im täglichen Leben der Deutschen spielte und immer noch spielt, davon zeugen zahlreiche sprichwörtliche Redensarten und Begriffe, die das Bier zum Thema haben. Eine kleine Auswahl möchte ich hier vorstellen.

Das Feiern

Zum ausgelassenen Feiern gehört in Deutschland immer Bier. Es wird entweder in Bierkneipen (manchmal auch Biertankstellen genannt), Bierhallen, Bierwirtschaften, Biergärten oder bei Festen in eigens dafür aufgeschlagenen Bierzelten serviert. Riecht man den übermäßigen Biergenuss im Atem, dann hat der bierselige (betrunkene) Biertrinker eine Bierfahne. Trink- und Stimmungslieder, wie  Es gibt kein Bier auf Hawaii und In München steht ein Hofbräuhaus gehören zu größeren Feiern wie dem Oktoberfest oder dem Karneval.

Biertrinken war und ist in der Hauptsache Männersache und die männliche „Problemzone“ des regelmäßigen Biergenusses ist der Bauch, der neben Bierbauch auch Bierwanst, -wampe, -geschwür, -plauze oder – bei der jüngeren Generation – Bierspoiler heißt.

Studentenleben

Dass Studenten schon immer gerne Bier tranken, belegen Zusammensetzungen wie Bierleiche (sinnlos Betrunkener), Bierruhe (große Unerschütterlichkeit), Bierknoten (Adamsapfel), Biereifer (sehr großer Eifer, v.a. beim Biertrinken) und die Bierologie (Bier trinken, meist in vielen Wirtshäusern).

Sprichwörtliche Redensarten

Wer etwas ausbietet/ausschreit wie sauer/saures Bier, versucht eine Sache ohne Wert mit vielen Worten und zu niedrigem Preis, aber vergeblich anzubieten. In der Redensart Das ist nicht mein Bier steht Bier für ‚Sache‘ oder ‚Angelegenheit‘. Wer eine verdrießliche Miene aufsetzt macht ein Gesicht wie saures Bier/Sauerbier.

Das Bier trocken ‘runterwürgen müssen bedeutet, das Bier ohne Schnaps trinken zu müssen. Denn vielerorts ist es üblich, Bier und Schnaps zusammen zu trinken.

Zur Beschreibung einer blassen, kränklichen Gesichtsfarbe dient die Redensart jemand sieht aus wie Weißbier, oder – noch drastischer – wie Braunbier mit Spucke, und wer sich nicht ins Bier spucken lässt, der nimmt eine Kränkung nicht widerspruchslos hin.

Familiennamen

Die tiefe Verwurzelung der Bierkultur in der deutschen Kultur zeigt sich auch in Familiennamen, die den Bestandteil Bier enthalten: Bier, Bieräugel, Biereiche, Biermann, Schluckebier, Bierei sind solche Zusammensetzungen.

Manche Familiennamen zielen auf die Sorte oder Qualität des Bieres – Süßbier, Bitterbier, Sauerbier, Dünnbier, Vollbier –, andere wiederum auf den Beruf wie die Familiennamen (Bier-)brauer und Bierwirth. Auch der Biertrinker findet sich in deutschen Familiennamen wieder, etwa als Bierfreund oder Bierdümpfel (-dämpfel, -dimpfel).

Küche und Gesundheit

Bier war vor allem in Süddeutschland schon immer Bestandteil der Esskultur, was traditionelle Küchenrezepte wie Bierbraten, Bierbrot und Biersuppe belegen. Da Bier und Brot aus den gleichen Zutaten bestehen, wird Bier auch gerne als ‚flüssiges Brot‘ bezeichnet. Die Bezeichnungen Gerstensaft und Hopfenblütentee werden häufig scherzhaft für Bier verwendet, weisen aber auf dessen gesundheitsfördernde Wirkung (entzündungshemmend, schlaffördernd) hin: Saft und Tee werden gewöhnlich mit gesunder Lebensweise assoziiert.

Aufgrund der Kürze dieses Artikels konnten die vielen Bierzeitungen, die es in Deutschland gibt, gar nicht angesprochen werden. Auch die Ortsnamen mit dem Bestandteil Bier, die speziell ausgezeichneten Bierstraßen, die durch Gegenden mit vielen Brauereien führen und die großen deutschen Dichter und Denker mit ihren lobenden Äußerungen zum Bier mussten ungenannt bleiben. Doch der kleine Einblick zeigt schon, dass das Bier seinen festen Platz in der deutschen Kultur und in der deutschen Sprache hat und damit das noch lange so bleibt, schließe ich mit dem bekannten Wunsch der Bierbrauer: Hopfen und Malz, Gott erhalt’s!

Dr. Doris Wagner ist Lektorin der Deutschen Philologie an der Universität Turku. Ihre Doktorarbeit  trug den Titel “Das tägliche Brot… Deutsche Sprache und Kultur in der Bierplakatwerbung”.

Biergarteneita käsitelleen osuuden lähde: Saksan MatkailukeskusDie deutsche Biergartentradition gibt es seit 200 Jahren. Welch große Rolle Bier im täglichen Leben der Deutschen spielte und immer noch spielt, davon zeugen auch zahlreiche sprichwörtliche Redensarten und Begriffe, die das Bier zum Thema haben.

Der Artikel ist in unserer Mitgliedszeitscrift Silta-Brücke 79 im Dezember 2011 erschienen.

Das Bier in aller Munde

von Dr. Doris Wagner

Deutschland ist ein Bierland. Bier ist so untrennbar mit der deutschen Kultur verbunden, dass es geradezu ein Stück der deutschen Kultur ist. Welch große Rolle Bier im täglichen Leben der Deutschen spielte und immer noch spielt, davon zeugen zahlreiche sprichwörtliche Redensarten und Begriffe, die das Bier zum Thema haben. Eine kleine Auswahl möchte ich hier vorstellen.

Das Feiern

Zum ausgelassenen Feiern gehört in Deutschland immer Bier. Es wird entweder in Bierkneipen (manchmal auch Biertankstellen genannt), Bierhallen, Bierwirtschaften, Biergärten oder bei Festen in eigens dafür aufgeschlagenen Bierzelten serviert. Riecht man den übermäßigen Biergenuss im Atem, dann hat der bierselige (betrunkene) Biertrinker eine Bierfahne. Trink- und Stimmungslieder, wie  Es gibt kein Bier auf Hawaii und In München steht ein Hofbräuhaus gehören zu größeren Feiern wie dem Oktoberfest oder dem Karneval.

Biertrinken war und ist in der Hauptsache Männersache und die männliche „Problemzone“ des regelmäßigen Biergenusses ist der Bauch, der neben Bierbauch auch Bierwanst, -wampe, -geschwür, -plauze oder – bei der jüngeren Generation – Bierspoiler heißt.

Studentenleben

Dass Studenten schon immer gerne Bier tranken, belegen Zusammensetzungen wie Bierleiche (sinnlos Betrunkener), Bierruhe (große Unerschütterlichkeit), Bierknoten (Adamsapfel), Biereifer (sehr großer Eifer, v.a. beim Biertrinken) und die Bierologie (Bier trinken, meist in vielen Wirtshäusern).

Sprichwörtliche Redensarten

Wer etwas ausbietet/ausschreit wie sauer/saures Bier, versucht eine Sache ohne Wert mit vielen Worten und zu niedrigem Preis, aber vergeblich anzubieten. In der Redensart Das ist nicht mein Bier steht Bier für ‚Sache‘ oder ‚Angelegenheit‘. Wer eine verdrießliche Miene aufsetzt macht ein Gesicht wie saures Bier/Sauerbier.

Das Bier trocken ‘runterwürgen müssen bedeutet, das Bier ohne Schnaps trinken zu müssen. Denn vielerorts ist es üblich, Bier und Schnaps zusammen zu trinken.

Zur Beschreibung einer blassen, kränklichen Gesichtsfarbe dient die Redensart jemand sieht aus wie Weißbier, oder – noch drastischer – wie Braunbier mit Spucke, und wer sich nicht ins Bier spucken lässt, der nimmt eine Kränkung nicht widerspruchslos hin.

Familiennamen

Die tiefe Verwurzelung der Bierkultur in der deutschen Kultur zeigt sich auch in Familiennamen, die den Bestandteil Bier enthalten: Bier, Bieräugel, Biereiche, Biermann, Schluckebier, Bierei sind solche Zusammensetzungen.

Manche Familiennamen zielen auf die Sorte oder Qualität des Bieres – Süßbier, Bitterbier, Sauerbier, Dünnbier, Vollbier –, andere wiederum auf den Beruf wie die Familiennamen (Bier-)brauer und Bierwirth. Auch der Biertrinker findet sich in deutschen Familiennamen wieder, etwa als Bierfreund oder Bierdümpfel (-dämpfel, -dimpfel).

Küche und Gesundheit

Bier war vor allem in Süddeutschland schon immer Bestandteil der Esskultur, was traditionelle Küchenrezepte wie Bierbraten, Bierbrot und Biersuppe belegen. Da Bier und Brot aus den gleichen Zutaten bestehen, wird Bier auch gerne als ‚flüssiges Brot‘ bezeichnet. Die Bezeichnungen Gerstensaft und Hopfenblütentee werden häufig scherzhaft für Bier verwendet, weisen aber auf dessen gesundheitsfördernde Wirkung (entzündungshemmend, schlaffördernd) hin: Saft und Tee werden gewöhnlich mit gesunder Lebensweise assoziiert.

Aufgrund der Kürze dieses Artikels konnten die vielen Bierzeitungen, die es in Deutschland gibt, gar nicht angesprochen werden. Auch die Ortsnamen mit dem Bestandteil Bier, die speziell ausgezeichneten Bierstraßen, die durch Gegenden mit vielen Brauereien führen und die großen deutschen Dichter und Denker mit ihren lobenden Äußerungen zum Bier mussten ungenannt bleiben. Doch der kleine Einblick zeigt schon, dass das Bier seinen festen Platz in der deutschen Kultur und in der deutschen Sprache hat und damit das noch lange so bleibt, schließe ich mit dem bekannten Wunsch der Bierbrauer: Hopfen und Malz, Gott erhalt’s!

Dr. Doris Wagner ist Lektorin der Deutschen Philologie an der Universität Turku. Ihre Doktorarbeit  trug den Titel “Das tägliche Brot… Deutsche Sprache und Kultur in der Bierplakatwerbung”.

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